August

Ankunft

02.09.2018


Nach einem ganzen Tag am Flughafen und in Flugzeugen sind wir gegen 19:30, mit einer Stunde Verspätung, endlich in Accra gelandet. Das erste, was einem von allen Richtungen entgegen kommt, ist ein freundliches „Akwaaba“, was „Wilkommen“ auf der Landessprache Twi bedeutet. Dass ich vermutlich viel zu viel unnötiges Gepäck dabei habe ist mir schon am Flughafen aufgefallen, als ich mich von der Gepäckausgabe bis zum Ausgang des Flughafens ganz schön mit meinen zwei Koffern und Rucksäcken abmühen musste. 

Am Ausgang wurden wir direkt herzlich von Kate und Maritha, zwei unserer Vertrauenspersonen von ICYE Ghana, empfangen. 

Während wir auf die anderen Freiwilligen, die auch am 25. ankommen werden, warteten, brachten die zwei uns ein paar Wörter auf Twi und wir ihnen ein paar Wörter Deutsch bei, so dass die Wartezeit wie im Flug verging.


Als wir schließlich komplett waren, ging es mit einem extra für uns gecharterten TroTro (eine Art Sprinter, der zum Bus umfunktioniert wurde) gemeinsam zum Hotel, welches für die nächsten 6 Tage unser Zuhause sein wird.


Am nächsten Tag hatten wir neben dem gemeinsamen Frühstück (weißes Brot mit Salat und Omlett) und Mittagessen (Reis mit Gemüse oder Burger mit Pommes - damit unsere Mägen nicht direkt mit dem schärferen ghanaeschen Essen überfordert werden) viel freie Zeit: Da das eigentliche Programm vom Arrival Camp nämlich erst starten konnte, wenn alle Freiwilligen da waren, und die meisten erst am Sonntag Abend ankamen, spielten wir nur ein paar Kennenlernspiele und hatten den Rest der Zeit zur freien Verfügung. Wir konnten also ganz in Ruhe ankommen und die Freiwilligen, die wir davor noch nicht kannten, kennenlernen.


Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: Ich und mein ganzes Gepäck am Flughafen in Accra
Bild 2: Blick vom Hotelzimmer auf unseren Innenhof
Bild 3: (v.l.n.r.) Ich, Lucy, Kate und Maritha (Alle drei vom ICYE-Team)
Bild 4: Die Hauptstraße gegenüber von unserem Hotel
Bild 5: ein typisches Trotro
Bild 6: Das erste Frühstück

the big street across our hotel

Arrival Camp

02.09.2018


Am Montag morgen startete dann das eigentliche Arrival-Camp, da nun alle Freiwilligen da waren. Wir sind insgesamt 22 Freiwillige -  davon eine aus der französischen Schweiz, zwei aus Österreich, vier aus Finnland und 15 aus Deutschland.

In den vier Tagen intensiver Vorbereitung lernten wir verschiedenstes über das Land Ghana und seine Kultur, so zum Beispiel einen Tanz zum Song Akwaaba (Video dazu gibts auf Facebook: https://www.facebook.com/icyeghana/videos/2223498621265347/ ) oder die Top10 Travel Places in Ghana. Wir haben sogar eine eigene Naming Ceremony von ICYE Ghana erhalten, bei der jeder von uns auf seinen Ghanaeschen Namen „getauft“ wurde und damit richtig im Land willkommen geheißen wurde. In Ghana bekommt nämlich jeder einen Ghanaeschen Namen, abhängig vom Wochentag, an dem man geboren wurde. Da ich freitags auf die Welt kam, lautet mein Ghanaescher Name beispielsweise „Afia“.


In einem mehrstündigen Twi-Kurs haben wir unser bestes gegeben, die Basics der Sprache zu lernen, doch es ist alles andere als einfach, sich eine vollkommen neue Sprache in so kurzer Zeit anzueignen. Die Phrasen, die wir uns merken konnten, verwenden wir jetzt jedoch stolz, wann immer sich eine Situation dazu ergibt.


Während der Woche sind wir auch alle gemeinsam zum Immigration Office gegangen, um alle nötigen Dokumente zu bekommen und auszufüllen, so dass Kate nach Ablauf unseres Touristenvisums ein 6-Monate bzw. 1-Jahres-Visum für uns beantragen kann. Neben einer Ghana-Non-Resident-Card, einer Art Ghanaeschen Ausweis, den wir ausgestellt bekommen haben, wurden wir auch gesundheitlich einmal durchgecheckt, bevor wir uns nach einer Stärkung wieder alle zusammen mit dem Trotro auf den Weg nach Hause gemacht haben.


Der Rest der Zeit im Arrival Camp stand uns zur freien Verfügung: Wir haben viel geredet, Karten gespielt, sind zusammen mit Maritha Obst kaufen gegangen oder haben einfach mal nur genappt, um uns von den vielen neuen Eindrücken zu erholen.


Am letzten Abend hat der Großteil von uns eine spontane Abschlussparty veranstaltet, wo viel getanzt wurde, bis in die Nacht.



Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ich eine super erste Woche hier im Arrival-Camp hatte, in der ich viel nützliches gelernt habe, viele neue Freunde gefunden habe und mich Dank dem ICYE Ghana Team sicher und sehr willkommen in unserer neuen Umgebung gefühlt habe.


Meda w’ase! (means Thank you in Twi)


Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: Marie und ich beim Sprachunterricht
Bild 2: Besuch bei der Bank zum Geldabheben
Bild 3: die Bank
Bild 4: Inka und ich 
Bild 5: Obst-Großeinkauf mit Celina
Bild 6: Trotro-Fahrt zum Immigration-Office
Bild 7: Kathi und ich 
Bild 8: our group

Marie und ich beim Sprachunterricht

Besuch bei der Bank zum Geld abheben

die Bank

Inka und ich

Obst-Großeinkauf mit Celina

Trotro-Fahrt zum Immigration-Office

Kathi und ich

our group

September

Ankunft im Projekt

02.09.2018


Am Freitag morgen ging es dann los ins Projekt.
Nach dem Frühstück sind die zwölf von uns, die im Großraum Kumasi untergebracht sein werden, gemeinsam mit dem Trotro und all unserem Gepäck nach Accra rein gefahren, wo wir dann in einen VIP-Bus umgestiegen sind, der uns bis nach Kumasi bringen wird. Seinem Namen wird der VIP-Bus definitiv gerecht, da die Sitze mehr bequem-gepolsterten Sesseln ähneln und man suuuper viel Beinfreiraum hat. Lediglich die Filmauswahl (es wird über einen kleinen Bildschirm an der Decke immer ein Film gezeigt) ist etwas seltsam und definitiv gewöhnungsbedürftig. 


An der Endstation angekommen wurden wir von Michael, einem unserer Ansprechpartner im Projekt, abgeholt und zur John William School gebracht, wo wir erst einmal unsere Zimmer zu sehen bekamen. 

Wir wohnen in einem kleinen Apartment bei den Boarderschülern, welches wir im Moment noch für uns alleine haben, ab Montag jedoch mit der Internatsmama und den jüngeren Internatskindern teilen werden. Ab Montag bekommen wir wahrscheinlich auch jeder ein eigenes kleines Zimmer hier, im Moment teilen wir uns immer zu zweit eins. 


Die Direktorin der Schule, die von allen nur „Grandma“ oder „Nana“ genannt wird, hat im Moment besuch von einer Freundin aus San Francisco, welche am Samstag sogar Geburtstag hatte. Deshalb durften wir mit ihr und Stella, einer jungen Ghanaerin, die an der Schule mithilft, nach Kumasi rein zu einem Supermarkt fahren und einkaufen. Abends haben wir dann mit sehr leckerem Essen und einer Geburtstagstorte gefeiert.


Wir wurden von allen Leuten an der Schule sehr willkommen geheißen, und wann immer wir eine Frage oder ein Problem hatten, konnten wir uns an sie wenden und uns wurde schnell geholfen.


Kinder sind im Moment noch keine da, da die Schule erst am Dienstag beginnt, weshalb auch die Boarderstudents erst am Montag anreisen werden.


Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: Busfahrt im VIP-Bus
Bild 2: Fahrt nach Kumasi
Bild 3: on our way to the project
Bild 4: on our way to the project
Bild 5: Schulgebäude der JWMS
Bild 6: Schulhof der JWMS
Bild 7: Laist und mein Zimmer
Bild 8: mit Lenora aus San Francisco auf dem Weg ins Projekt
Bild 9: Getränkeeinkauf für die Geburtstagsparty
Bild 10: Geburtstagstorte

Busfahrt im VIP-Bus

Fahrt nach Kumasi

On our way to the project

On our way to the project

Schulgebäude der JWMS

Schulhof der JWMS

Laist und mein Zimmer

mit Lenora aus San Francisco auf dem Weg in die Stadt

Getränkeeinkauf für die Geburtstagsparty

Geburtstagstorte

Update:  zweiter Morgen

03.09.2018


Ich wache hier jeden morgen sehr früh auf, da ab kurz vor fünf der Hahn, der direkt unter unserem Fenster lebt, im 30 Sekunden Takt anfängt, seine morgendlichen Weckgrüße auszusenden, und dies in einer Lautstärke, dass sie auch wirklich wirkungsvoll sind :D

Deshalb bin ich an beiden Tagen bisher noch vor 7 Uhr aufgestanden, trotz dass wir, bis die Schule beginnt, noch so lange ausschlafen dürfen, wie wir wollen.


Heute morgen haben wir dann zum ersten Mal unsere Wäsche gewaschen, was hier von Hand, mit zwei großen Wassereimern getan wird. Es ist aber voll entspannend, und mit guter Musik kann es sogar richtig Spaß machen, vor allem weil danach alles super gut riecht.


Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: Wäsche waschen
Bild 2: Lori beim Wäschenwaschen
Bild 3: erfolgreiche Wäschewascher
Bild 4: frisch gewaschene Wäsche 

Wäsche waschen

Lori beim Wäschewaschen

erfolgreiche Wäschewaschen

frisch gewaschene Wäsche

Erste Woche im Projekt

11.09.2018


Kaum zu glauben, dass die erste Woche im Projekt schon vorbei ist, denn seit die Boarder-Students da sind und die Schule begonnen hat, sind wir dauerhaft beschäftigt, so dass die Zeit wie im Flug vergeht. Aber alles der Reihe nach:

Der Montag war tagsüber noch sehr ruhig und entspannt, da wir nicht wirklich etwas zu tun hatten und bis jetzt nur ein einziges Kind da ist, nämlich Kobi. 

Kobi ist ein mega-lieber, aufgeweckter und super-süßer Siebenjähriger, der schon seit unserer Ankunft auf dem Schulgelände wohnt, da seine Familie hier in der Küche mitarbeitet. Während er uns gegenüber in den ersten zwei Tagen noch sehr zurückhaltend und schüchtern war, ist er mittlerweile vollkommen aufgetaut und weicht uns nicht mehr von der Seite, außer wir bitten ihn darum. Wir haben ihm am Wochenende direkt „UNO“ beigebracht, was er seit dem mit viel Begeisterung spielt, und er zeigt uns im Gegenzug ein paar seiner Tanz-Moves, da er nämlich immer und überall tanzt, und das sogar ziemlich gut.


Montag haben wir dann auch jeder ein eigenes Zimmer bekommen, so dass wir endlich unsere Koffer auspacken und alles häuslich einrichten konnten.

Am Dienstag hat offiziell die Schule angefangen, wobei sie erst am Montag den 10.9. so richtig startet, da viele Eltern ihr Kind in der ersten Woche noch nicht hinschicken, weshalb es in der ersten Woche eher Wiederholungseinheiten und Kinderbetreuung anstelle von richtigem Unterricht gibt. Am Dienstag haben alle Schüler gemeinsam zuerst einmal die ganzen Klassenzimmer geputzt, da jene über die langen Ferien schmutzig und staubig geworden sind.

Ich habe mich dazu entschieden, die ersten Monate im Kindergarten 1 zu assistieren, hierzu könnt ihr mehr im KG1-Artikel erfahren.


Von Montag Abend bis Sonntag sind auch nach und nach die ganzen Boarder-Students angekommen und eingezogen. Es sind sowohl Mädchen als auch Jungs, im Alter von fünf bis 16 Jahren und alle sind uns gegenüber sehr aufgeschlossen. So haben wir zum Beispiel Mittwochabend eine spontane Tanzparty im Innenhof veranstaltet, indem wir über unsere Musikbox laut Musik abgespielt haben und jeder, der wollte, dazu getanzt hat. Die Lieder selbst wurden dabei von den Boarder-Students ausgewählt, wodurch wir einige coole ghanaesche Songs kennengelernt haben. Einzig unser Internet-Verbrauch hat unter der Dauer-Youtube-Verwendung ein wenig gelitten, aber bei einer 10GB-Flat ist so etwas schon mal drin.
∼für ein paar coole Ghana-Songs, check out the button∼

An den anderen Abenden sind wir mit den kleineren Internatsschülern rumgetollt, haben uns mit den Größeren gut unterhalten und haben verschiedenste Klatschspiele etc. beigebracht bekommen.


Die anfängliche Freiheitseinschränkung im Bezug auf das Verlassen des Schulgeländes haben wir mittlerweile auch überwunden, denn seit wir unsere Umgebung und die große Straße ein wenig kennen, dürfen wir ohne Probleme raus gehen, um uns zum Beispiel frisches Obst am Straßenrand zu kaufen.

(Geheimtipp: Ananas - Sie ist super süß und saftig hier!!!)


Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: (v.l.n.r.) Lo, Kobi, Ich, Franzi und Laist
Bild 2: wir mit Kobi und Richmond beim UNO spielen
Bild 3: Kobi und Ich
Bild 4: Das erste Mal allein raus um Obst zu kaufen
Bild 5: (v.l.n.r.) Toffee, Ich und Biscuit (die zwei jüngsten Internatskinder - wenn man sie fragt, wie sie heißen, antworten sie immer mit Toffee und Biscuit)
Bild 6: Life as a Boarder-Student


Uno Spielen in Ghana
Life as a Boarder Student

unser Wochenende

11.09.2018

Unser erstes richtiges Wochenende hier hat schon sehr früh begonnen. Da Samstag morgens nämlich immer Fußball angesagt ist, hat Franzi, meine Mitfreiwillige, die auch Fußball spielt, mich um kurz vor sechs geweckt, da es rein theoretisch um sechs Uhr losgehen sollte. Zusammen -  sie in voller Fußballmontur, ich im Pyjama - haben wir uns dann auf die Suche nach Richmond, unserem Freund und Ansprechpartner für alles hier, gemacht. Nachdem er einen neuen Ball gekauft (der alte war über die Ferien verschwunden) und ich mich umgezogen hatte , konnten wir (gut zwanzig Internat-Jungen, Richmond, Franzi, Lo und ich) unseren Weg zum Fußball-Feld antreten, wo wir dann auf einem kleinen Wiesenabschnitt 6 gegen 6 gespielt haben. An Stelle von Toren, hatten wir auf jeden Seite einen größeren Stein-Pfahl, welchen es abzuschießen galt.

Nach dem Mittagessen haben wir uns dann zum ersten Mal alleine mit dem Trotro auf den Weg gemacht, wir sind nämlich in die Kumasi-City-Mall gefahren, wo wir Kathi und Marie, zwei unserer Mitfreiwilligen, die auch in Kumasi untergebracht sind, getroffen haben. Unterwegs mussten wir einmal umsteigen, doch dank einer super-netten Obstverkäuferin hat dies ohne Probleme geklappt, da sie uns den Weg zum Richtigen Trotro gezeigt hat und uns damit vor den ganzen überhilfsbereiten Trotro-Fahrern, die uns ein Stück 

„in die Richtige Richtung“ mitnehmen wollten, gerettet hat. Denn in welche Richtung sie letztendlich fahren, war für jene meist zweitrangig, schließlich käme man mit oft-genugem Umsteigen ja von jeder Richtung aus bei der Mall an.

In der Mall haben wir uns dann mit verschiedensten Basic-Sachen für unsere Zimmer, wie zum Beispiel Aufbewahrungsboxen, Süßigkeiten, einem Schneidemesser für unser Obst etc. eingedeckt, bevor wir uns wieder auf den Heimweg begeben haben.


Am Sonntag morgen stand zuerst einmal der Gottesdienst im Schuleigenen Assembly-Klassenzimmer an. Hierfür haben sich alle schöne Kleidung angezogen und alle Mädchen haben ihr Haar mit einem Schal bedeckt. Der Gottesdienst war sehr interessant, auch wenn wir Freiwilligen nur die Hälfte verstanden haben, da er Bilingual in Englisch und Twi gehalten wurde.

Nach dem Mittagessen war unser wöchentliches Wäsche-waschen angesagt. Da wir in der einen Woche sehr viel Schmutzwäsche produziert haben, mussten wir jeder zwei Durchgänge beim waschen machen, da es zu viel für einen Eimer war. DREI STUNDEN und viele Schmerzen in den Armen (vom ganzen Auswringen der Klamotten) später, waren wir endlich fertig mit allem, inklusive dem Aufhängen.

Auf unseren Zimmern haben wir uns eine wohlverdiente Pause gegönnt, bevor wir uns dann auf den Weg zum ca. 15 Geh-Minuten entfernten Supermarkt gemacht haben, in der Hoffnung, dass er auch Sonntags aufhat. Lo hatte nämlich am darauffolgenden Montag Geburtstag, und wir haben ihr Geschenk -  einen Spiegel - bis jetzt noch nirgends bekommen.

Glücklicherweise hatte der Supermarkt sowohl offen als auch Spiegel im Angebot, so dass wir nun vollkommen ausgestattet für unsere Mini-Party am Abend waren.

Abends haben wir es uns gemeinsam mit Cola und Snacks auf meinem Bett bequem gemacht und einen Film angeschaut, während wir gewartet haben, dass es endlich Mitternacht wird. Um 0:00 haben wir Lo dann mit ihrem Geschenk, Brownies und einem Schluck Bier (Spoiler-Alert: es war so ein komisches Kräutergemisch von Bier und hat uns allen nicht so geschmeckt -  so don’t buy it!!!) überrascht, bevor wir gegen 1 Uhr in der Nacht alle übermüdet ins Bett gefallen sind.


Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: die Kumasi-City-Mall
Bild 2: Heimweg von der Mall im Trotro mit frisch-gekaufter Kokosnuss
Bild 3: auf dem Fußweg zum Supermarkt
Bild 4: Ich nach dem Gottesdienst 
Bild 5: Lo's Mini-Geburtstags-Tisch

Typischer Schulalltag im KG1

11.09.2018

Bis jetzt laufen meine Tage im Kindergarten alle mehr oder weniger gleich ab. Da wir jedoch im Moment jedoch die Schulbücher und Hefte noch nicht verwenden (jedes Kind hat vier Blanko-Hefte und acht Schulbücher zum Reinschreiben) kann es gut sein, dass sich der Alltag in nächster Zeit ändern wird. 

Der Kindergarten geht jeden Tag von 8:15 bis 16 Uhr, außer Freitags, da endet er schon um 14 Uhr.


Ich stehe jeden morgen um 6:20 auf, damit ich in Ruhe duschen, mich anziehen und frühstücken kann, bevor um 8:15 der Kindergarten beginnt. Der Kindergarten 1 ist für die ganzen Vierjährigen Kinder, was sehr viele sind. In unserem Klassenzimmer sind wir zwei Kindergarten Teachers, die beide sehr nett sind, 54 4-Jährige Kinder und ich. Anders als bei uns in Deutschland, wird hier im Kindergarten sehr viel mehr unterrichtet und es gibt nur wenig freie Spielzeit. 

So lernen die Kinder beispielsweise schon Basic-Reading und Writing.


Von ca. 8:30  bis 10 Uhr habe die letzen Tage selber unterrichtet, da die zwei Kindergartenteacher nebenher noch sehr viele Formulare und andere Dinge erledigen müssen. Wir haben verschiedene Früchte, die Zahlen von 1 bis 20 und Two-Letter-Words wiederholt. Das ganze läuft dann wird mit Hilfe eines Zeigestockes und großen Plakaten an der Tafel beigebracht, wobei ich als Teacher die Wörter zuerst einige Male vorspreche und die Kinder sie mir nachsprechen. Im Anschluss rufe ich die Kinder dann einzeln nach vorne, wo sie Früchte oder die Zahlen von 1 bis 5 identifizieren sollen („Please show me number two“; „What is that fruit called?“).

Hierbei kann es schnell mal sehr chaotisch werden, da alle Kinder umbedingt nach an die Tafel wollen, so dass ich von allen Seiten „Madame Antonia, me, me“ höre und sich überall kleine Hände nach dem Zeigestock ausstrecken.

Wenn die Kinder zu unruhig werden und ihre Aufmerksamkeit nachlässt, übernimmt Madame Naomi und macht mit ihnen ein paar Sing- und Bewegungsspiele, wie z.B. „Head and Shoulders, Knees and Toes“.


Um 10 Uhr ist dann Break, in der die Kinder ihr von Zuhause mitgebrachtes Essen, meistens Reis mit Stew und Ei oder Fleisch, essen. Gegessen wird hierbei mit den Fingern -  die Kinder, die das noch nicht so gut können, werden von mir mit dem Löffel gefüttert.

Im Anschluss müssen die ganzen Lunchboxen von uns gespült und wieder an das Richtige Kind zurückgegeben werden -  was bei über 50 Kindern einiges an Zeit in Anspruch nehmen kann, so dass wir hiervon meist drahtlos in die Mittagspause, die um 12 Uhr beginnt übergehen. In der Mittagspause bekommen alle Kinder dann ein warmes Mittagessen von der Schulküche, und auch ich darf mich auf den Weg zum Essen machen.

Nach dem Essen gibt es für die Kindergarten Kinder eine einstündige „Resting-Time“: „Put your heads on the table“ heißt es von den Kindergartenteachers aus -  was für die Kinder das Zeichen ist, ihren Kopf auf den Tisch zulegen und zu schlafen.


Am ersten Tag saß ich während der Resting-Time noch mit im Klassenzimmer, doch durch meine Anwesenheit haben sich die Kinder weniger aufs Schlafen und mehr auf das Auf-mir-Rumturnen konzentriert. Mein Plan, meinen Kopf auch auf den Tisch zulegen und einen Mittagsschlaf zu simulieren, so dass die Kleinen sich auch hinsetzen und schlafen hat zwar funktioniert, jedoch anders als geplant: Lange Rede, kurzer Sinn - ich bin dabei auch eingeschlafen und so wurde aus einer 5-Minuten Simulation ein 120-Minuten „Power“-Nap für mich.

Seit dem komme ich immer erst zwischen 14 Uhr und 14:15 zurück in die Klasse, damit die Kinder in Ruhe ihren Mittagsschlaf halten können. 

Nach dem Schlafen verzehren sie ihren kleinen Snack, meist ein Trinkpäcken voller Saft und eine kleine Süßigkeit, bevor dann noch einmal für 30-45 min unterrichtet wird. In den letzen Tagen haben wir nachmittags ein wenig Buchstaben-Schreiben geübt, genauer gesagt das kleine a, b, c und d. Geschrieben wird hierbei mit Kreide auf die Holztische, da die eigentlichen Hefte noch nicht verwendet werden. Dies ist jedoch meist ganz praktisch, da man so falsche Versuche oder Malereien einfach wieder wegwischen kann.


Um 16 Uhr ist der Kindergarten dann vorbei und die Kinder werden der Reihe nach entweder von Ihren Eltern bzw. Geschwistern, die auch hier zur Schule gehen, abgeholt, oder nehmen den Schulbus nach Hause.


Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: Die KG1-Kinder und Ich
Bild 2: Resting-Time im KG1

Die KG1-Kinder und ich

Resting-Time im KG1

Von Hausaufgabenbergen, wunden Händen und Frühsport 
-  meine vergangenen drei Wochen

02.10.2018


Die letzen drei Wochen sind größtenteils wie im Flug vergangen, es kommt mir vor als wäre mein letzter Blogeintrag erst ein paar Tage her, doch in Wahrheit haben wir mittlerweile schon Oktober.


Im Kindergarten hat sich mittlerweile der Alltag eingeschlichen, ich habe meine festen Aufgaben und weiß somit auch immer was ich ca. wann tun soll. Unter anderem bin ich für die Hausaufgaben-Kontrolle und das Aufgeben neuer Hausaufgaben verantwortlich, heißt, mich erwarten jeden morgen knapp 120 Hefte, die durchgeschaut, abgesegnet und mit einer neuen Tabelle versehen werden wollen. Jedes Kind hat nämlich zwei Hefte für die Hausaufgaben: In einem lernen sie Buchstaben schreiben, im anderen Zahlen. Jeden Tag bekommen sie einen Buchstaben und eine Zahl auf, die sie in einer Tabelle 20 mal schreiben sollen. Das gleiche machen wir auch im Unterricht regelmäßig, damit sie die Buchstaben möglichst oft üben. Auffällig ist hierbei, wie unterschiedlich das Können der Kinder daheim verglichen mit dem in der Schule teilweise ist. Während sie daheim bei den Hausaufgaben perfekte Buchstaben-Reihen produzieren, wissen sie hier in der Schule oft nicht, wie man den Buchstaben schreibt, bzw. schreiben ihn spiegelverkehrt, auf dem Kopf o.ä.


Deshalb ist meine Aufgabe während den Schreibeinheiten im Unterricht immer, mit einem Radiergummi rumzulaufen, die ganzen falschen Buchstaben oder Malereien wieder auszuradieren und im Anschluss die Kinder, die Hilfe benötigen, anzuleiten. Hierfür nehme ich die Hand des Kindes, in der es den Bleistift hält, in meine Hand und fahre mit ihm gemeinsam die Buchstaben nach. Im Idealfall kann er oder sie es nach circa der Hälfte der Tabelle dann alleine, in der Realität ist er oder sie jedoch meist nach zwei Buchstaben abgelenkt und ich muss ihn alle fünf Sekunden daran erinnern, er möge doch bitte wenigstens auf das Blatt schauen während wir gemeinsam schreiben.

Aber da alle Kinder hier im großen und ganzen sehr lernwillig sind, lassen sich bei jedem die Woche über Fortschritte erkennen, teils kleinere und teils größere.



Am Samstag morgen steht mittlerweile immer Frühsport an, bei dem bis auf die kleinsten Mädchen eigentlich immer alle Internatsschüler mitgehen. Treffpunkt ist um kurz vor 6 Uhr morgens auf dem Schulhof, von dort aus gehen wir auf die Straße und die Kinder stellen sich in zweier-Reihen auf. Sich-an-den-Händen-haltend wird von hier aus bis zur Fußballfeld auf dem Campus der Universität gejoggt, was ca. 1500m sind. Dort joggen dann alle gemeinsam noch ein paar Runden ums Feld bevor man sich in einem großen Kreis aufstellt und Kraft- und Dehnübungen angesagt sind. Im Anschluss daran wird Fußball gespielt: Zuerst alle Mädchen, während die Jungs warten, und dann anders herum. Die Zeit des Wartens wird (zumindest bei den Mädchen) mit Seilspringen, Klatschspielen, reden oder ähnlichem verbracht, bevor es dann gegen 8:30 wieder gemeinsam zurück zur Schule geht.



Freitag der 21.9. war ein Feiertag, so dass wir in dieser Woche ein dreitägiges Wochenende hatten. Donnerstag Abend sind wir in die Palmbar gegangen, ein kleiner, gemütlicher Spot direkt bei uns um die Ecke. Es hat eher weniger mit einer Bar zu tun, sondern ist eher eine Art Mini Kiosk, wo man sich günstig Bier u.ä. kaufen kann und es dann in Ruhe auf Plastikstühlen und einem Tisch auf der Terrasse vor der Bar genießen kann. Meistens kaufen wir davor noch Orangen, die wir dann dort nebenher essen können, während wir reden.


Am Samstag sind wir in die Stadt, um uns den riesigen Markt von Kumasi ein erstes Mal anzuschauen und ein wenig drüber zu laufen. Er ist echt riesig (11,000 Schritte alleine in der Stadt sprechen für sich - und wir haben nur einen Teil vom Markt gesehen) und seeehr unübersichtlich für Ortsfremde, wie uns, jedoch ist es echt beeindruckend wie verwinkelt und weitreichend die Stände sind, und dass man dort fast alles bekommen kann.  Da es mir ein wenig an langen, luftigen Klamotten mangelt, habe ich mir eine Hose, einen Rock sowie einen Schal für die Kirche gekauft. Auch habe ich das erste mal eine richtige Kokosnuss gegessen, war sehr lecker!!


Das Handwäsche zu Wunden Händen führen kann, wenn die Hände nicht daran gewöhnt sind, durfte ich letzte Woche auch schmerzlich erfahren… da wir so viel zu waschen hatten, habe ich zwei Tage hintereinander gewaschen. Ein Fehler - fanden zumindest meine Hände. Sie waren so wund vom Waschen, so dass es selbst eine ganze Woche danach noch nicht verheilt ist und ich deswegen dieses Wochenende gar nichts waschen konnte. Heißt, ich muss nächstes Wochenende wieder eine doppelte Ladung waschen -  meine Hände freuen sich….


Da wir hier so viel essen und verhältnismäßig wenig Sport machen, hat bei Franzi und mir der Bewegungsdran eingesetzt, welchem wir mit morgendlichen Jogg-Sessions entgegenwirken. Heißt: wir gehen eigentlich jeden morgen um 5:30 Uhr für eine knappe halbe h joggen. Unsere Strecke ist die gleiche, die wir auch Samstag morgens joggen, also hin zum Fußballfeld auf dem Campus und dann aber direkt ohne Pause wieder zurück, was das ganze zu einer 3km Runde macht. 

„Eigentlich jeden morgen“ deshalb, weil wir seit mittlerweile einer Woche eine Pause machen müssen und nicht joggen konnten, da ich erkältet bin und Husten habe. Bei 30° C ist sowas ziemlich nervig, da ein Schal echt warm gibt… 

Doch zum Glück habe ich einen frisch erworbenen Hustensaft (der mit seinem Geschmack meine Vermutung, dass es außer dem leckeren Efeublatt-Hustensaft keinen Hustensaft gibt, der lecker schmeckt;  bestätigt), dank dem ich mittlerweile fast wieder zu 100% gesund bin, so dass wir hoffentlich ab morgen oder übermorgen wieder in unser Jogging-Programm einsteigen können.




Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: so sieht das Ergebnis von 2h Hausaufgaben korrigieren aus
Bild 2: der Kraft-/ Dehnübungskreis beim Frühsport
Bild 3: Eunice und ich beim Frühsport
Bild 4: allgemeine Müdigkeit nach dem Frühsport
Bild 5: die Palmbar
Bild 6: ein äußerer Teil des Marktes
Bild 7: wunde Hände vom Wäschewaschen
Bild 8: beim Joggen um 5:30 Uhr war die Hauptstraße wie ausgestorben

2h Hausaufgaben kontrollieren
Frühsport auf dem Campus Fußballfeld
Eunice und ich beim Frühsport
nach dem Sport
die Palmbar
Kumasi Markt
wunde Hände vom Wäsche waschen
menschenleere Hauptstraße

Mein Monat September:

Song des Monats

Killing me softly von Adina Thembi und Kuami Eugene

Food des Monats

Reis mit rotem Stew

Fact des Monats

In Ghana wird mit den Begriffen Bruder und Schwester ganz anders umgegangen als bei uns: 
so nennt man zum Beispiel alle Kinder aus der größeren Familie selbstverständlich Bruder und Schwester, und erst auf die Nachfrage, ob sie denn die selben Eltern haben, bekommt man heraus dass es sich eigentlich um Cousins oder Cousins 2. grades handelt. 
Auch nennen sich alle Boarder-Mädchen hier gegenseitig „Sister“. 
Dieser Unterschied hat bei uns am Anfang für viel Verwirrung und Verwunderung gesorgt. 

Foto des Monats

nach der Schule auf dem Schulhof

(v.l.n.r.) Kofi, Ich und Senna nach der Schule auf dem Schulhof. 
Kofi trägt noch seine Schuluniform, Senna ein typisches Kleid, wie es die ganzen Boarder-Mädchen hier immer tragen.

Oktober

Kollektive - FastFood - Consumption

06.10.2018

Am 6. Oktober haben wir uns gedacht, nach 1,5 Monaten fernab von ungesundem Fast-Food, dafür mit einem stark ausgeprägten Konsum von Reis, ist es an der Zeit, für kurze Zeit einmal wieder in den alten Mustern zu schweben -  oder, kurz und präzise gesagt: wir haben einen Ausflug zum KFC unternommen.

Wir,  das waren wir vier und Angel - einer unserer zwei Freunde aus Äquatorialguinea, die wie wir auf dem Schulgelände der John William School wohnen, allerdings mittlerweile nicht mehr hier zur Schule, sondern zur nahegelegenen Senior-High-School gehen. Mit den beiden unternehmen wir echt viel und sie sind hier zu unseren mit besten Freunden geworden, unter anderem wahrscheinlich, weil sie, wie wir, das Leben hier nicht als Einheimische, sondern ein wenig von außen betrachten (sie gehen seit mittlerweile fünf Jahren jetzt in Ghana aufs Internat).

Der KFC liegt ziemlich in der Nähe von der Schule, weshalb wir einfach vor die Haustür gehen und in das erstbeste Trotro in die richtige Richtung einsteigen mussten - denn der KFC liegt an jenem Kreisverkehr, bis zu dem fast alle Trotros von uns aus gemeinsam fahren, erst dort teilen sie sich in verschiedene Richtungen auf.

Dass das Erstbeste jedoch nicht immer automatisch auch das beste sein muss, mussten wir auf der Hinfahrt direkt am eigenen Leibe erfahren, denn auf Angels erster Trotro-Fahrt (eine Ehre, das ausgerechnet wir, vier ebenfalls Nicht-Einheimische, ihn dabei begleiten durften :D ), lief nicht alles Rund, so dass unser Trotro nach ca. der Hälfte der Strecke plötzlich liegenblieb und nicht mehr ansprang. Aber es ging alles gut, und ein paar Minuten später kamen wir dennoch glücklich und hungrig beim KFC an.

Im KFC wirkte alles direkt sehr vertraut, trotz dass wir noch nie dort gewesen waren, denn die KFC Filialen wirken meiner Meinung nach wirklich überall sehr ähnlich, egal ob ich jetzt an die heimischen in Stuttgart, die nordamerikanischen, die ich in den USA besucht habe oder eben jene hier in Ghana denke.

Auch als ich mir die Preise angeschaut habe, wurde ich (leider :P ) auch sofort an die anderen KFC-Filialen, die ich bisher besucht habe, erinnert. Ein Menü mit Pommes, Burger und Softdrink hat nämlich um die 40 GHC gekostet, was umgerechnet 7€ sind, und sich damit preislich nicht von unserem KFC daheim unterscheidet. Die Preise bei dem KFC hier in Kumasi sind also verhältnismäßig sehr teuer, wenn man sie mit den Preisen, die man sonst so für Essen auf der Straße bezahlt, vergleicht:  ich bekomme zum Beispiel schon eine Portion Fried Rice mit Ketchup und Mayo, ein kleines bisschen Salat und Spaghetti sowie einem Hühnchenteil für insgesamt nur 5 GHC (Umgerechnet 92 Cent!!!). 

Der Besuch beim KFC hier wird deshalb für uns definitiv nicht zur Gewohnheit werden, sondern eine Besonderheit bleiben, die wir uns nur ab und an einmal erfüllen werden - dafür schmeckt das Fast Food dann umso besser, und ein leckeren Eis-Shake mit Oreo-Stückchen gab es auch noch im Anschluss für mich :-)




Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: Glückliche KFC-Besucher Teil 1
Bild 2: mein Mittagsmenü
Bild 3: ein Oreo-Eis-Shake als krönender Abschluss
Bild 4: Glückliche KFC-Besucher Teil 2 (v.l.n.r.: Angel, Lo, Franzi, Ich, Laist)

Unser Wochenende am See

12.-14.10.2018

Mitte Oktober sind wir übers Wochenende an den nahegelegenen „Lake Bosumtwi“ gefahren. Es war eine sehr spontane Aktion, da wir unter der Woche erfahren hatten, dass vier Mitfreiwillige aus der Nähe das Wochenende dort verbringen und in einem Achterzimmer in einem Resort vor Ort schlafen werden. Also haben wir Mittwochabends angefragt, ob die anderen vier Betten im Zimmer denn noch frei seien und wenn ja ob wir sie reservieren könnten. Da wir Freitagmorgens noch keine Antwort hatten, entschlossen wir uns dazu, einfach anzurufen und per Telefon nachzufragen. 

Nach einem kurzen Gespräch hatten wir eine Zusage für die nächsten zwei Nächte, so dass wir uns nach Unterrichtsschluss, der Freitags schon um 14 Uhr ist, schleunigst ans packen machten, denn trotz dass „Lake Bosumtwi“ laut Google Maps nur 1h 36min mit dem Auto entfernt ist (64km) muss man aufgrund von Verkehr, Umsteigen und Trotros deutlich mehr Zeit einplanen, so dass es auch schon reichlich spät war für einen Aufbruch, als wir um 17 Uhr ca. dann endlich los kamen. 

Dennoch sind wir voller Zuversicht und Vorfreude mit unseren Rucksäcken losgestiefelt, und haben uns per Trotro auf den Weg ins Zentrum gemacht. Im Vorhinein hatten wir gelesen, dass man vom Zentrum aus ganz leicht mit einmal umsteigen zum See kommt, weshalb wir uns auch keine weiteren Gedanken über die Fahrt mehr gemacht hatten bevor es los ging. 

In Wirklichkeit war die Fahrt doch nicht ganz so einfach, vor allem so spät, da es ca. gegen 18 Uhr dunkel wird, und wir deshalb schon im Zentrum in der Dunkelheit umherliefen und suchten. Als es dann auch noch anfing zu regnen und im Zentrum niemand über die Route, die wir nehmen wollten, bescheid wusste, war unser Abenteuer mit viel Spontanität einem Hauch Chaos  perfekt ;D . Doch dank vieler netter Menschen, die keine Mühe scheuten und uns durch die halbe Stadt und dann später von Trotro zu Trotro führten, kamen wir schließlich 5h später, gegen 22 Uhr erschöpft aber glücklich, und jeder mit einer Tüte Fried-Rice zum Abendessen in der Hand, bei unserem Resort an. 

Auch dass der Taxifahrer, der uns das letzte Stück vom nächstgelegenen, kleinen Ort bis zum Resort, welches mitten in der Natur liegt, gefahren hat, uns vollkommen über den Tisch gezogen hat, und am Ende anstatt der vereinbarten 18 Cedi dann 80 Cedi verlangt hat, hat unsere Stimmung nur kurz getrübt. 

Nach einem kurzen Austausch mit unseren Freunden, die schon im Zimmer auf uns warteten, gingen wir dann recht schnell schlafen, um uns von der doch sehr anstrengenden Anreise zu erholen. 

 

Der nächste Morgen begann mit einem Frühstück auf der Resort-eigenen Terrasse mit herrlichem Ausblick auf Palmen und den See. Zu essen bekamen wir (und das ganze war im Übernachtungspreis inklusive!!) wahlweise Toast oder Pancakes mit Fried Egg und dazu entweder Kaffee oder Kakao. Ich habe mich für Kakao und Pancakes entschieden, was definitiv die richtige Entscheidung war, da der Kakao, wie mit echter Milch zubereitet geschmeckt hat und die mit Ahornsirup servierten Pancakes super lecker waren. 

Nach dem Essen haben wir uns auf den Weg gemacht, um die Gegend etwas zu erkunden. Nach ca. 25 Minuten Fußmarsch haben wir eine asphaltierte Straße mit einigen Häusern entdeckt, wo es am Straßenrand kleine Shops und Stände gab. Eingedeck mit Wasser und kleinen Snacks haben wir am Seeufer eine Runde Kartenspielen begonnen, bevor wir im Anschluss von ein paar der Dorfkinder ein wenig am See entlang geführt wurden. Der krönende Abschluss war eine Bootsfahrt über den See, die uns wieder genau zu unserem Resort zurück gebracht hat und und so den langen Fußmarsch vorbei an den Häusern und durch die Natur erspart, was uns auf Grund der Sonne, die zur Mittagszeit bei 32°C ohne Gnade runterbrannte, mehr als Recht war. 

Den Nachmittag haben wir zum Ausruhen, lesen und Foto-machen genutzt, was alles wunderbar am Seeufer funktioniert, vor allem mit der friedlichen Stille, die uns von überall um gibt und die uns mehr als willkommen war, sind wir doch sonst sowohl unter der Woche als auch am Wochenende 24/7 von Kindern umgeben. 

Abends haben wir auf der Resort-Terrasse, wo man sowohl Billard als auch Tischtennis umsonst spielen darf und es verschiedenste Getränke zu kaufen gibt, das gelungene Wochenende ausklingen lassen, bevor es dann am Sonntag um die Mittagszeit wieder Richtung Schule ging. 

Im Vergleich zum Hinweg war der Rückweg ein Spaziergang: wir liefen bis zur Asphaltierten Straße vor (kein Spaß bei 30°C und mit viel Gepäck, aber was muss, das muss…). Von dort aus nahmen wir ein Taxi, welches uns zu fairen Preisen bis zu jenem kleinen Ort an dem wir auf der Hinfahrt ankamen, brachte, und von dort aus gab es direkt ein Trotro, welches uns ohne Umsteigen bis ins Stadtzentrum beförderte. 

Als wir am Späten Nachmittag erschöpft aber glücklich durch die Schultore zurück in unser vorübergehendes Zuhause kamen, wurden wir schon von allen Kindern erwartet und fröhlich begrüßt. 

 

Rückblickend betrachtet hat sich das Wochenende am See trotz anfänglicher Startschwierigkeiten mehr als gelohnt, und wir haben definitiv vor, bald an diesen wunderschönen und friedlichen Ort zurückzukehren.

Wer mehr über den See herausfinden möchte, kann auf Wikipedia oder "touringghana.com" mehr über ihn lesen:

Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: Blick auf den unteren Teil des Resorts
Bild 2: unser Frühstück mit Pancakes und Kakao
Bild 3: Spaziergang am See
Bild 4: die asphaltierte Straße in der Nähe mit kleinen Shops 
Bild 5: meine persönliche Reiseleiterin, die mir die Gegend zeigte, und ich 
Bild 6: das Boot, welches uns zurück zum Resort fuhr
Bild 7: (v.l.n.r.): Ich, Lo und der Bootsführer, der das Boot über den See gefahren hat
Bild 8: Lo, Laist und ich bei unserer Fotosession am Steg

Blick auf den unteren Teil des Resorts
unser Frühstück mit Pancakes und Kakao
Spaziergang am See
die asphaltierte Straße in der Nähe mit kleinen Shops
meine persönliche Reiseleiterin, die mir die Gegend zeigte, und ich
das Boot, welches uns zurück zum Resort fuhr
(v.l.n.r.): Ich, Lo und der Bootsführer, der das Boot über den See gefahren hat
Lo, Laist und ich bei unserer Fotosession am Steg

Besuch beim Cultural Center 

27.10.2018

Letzten Samstag sind wir ins Stadtzentrum zum Cultural Center gefahren. Das Cultural Center ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Gelände mit verschiedenen Gebäuden, u.a. eine Bücherei, ein Museum, ein Laden in dem traditionelle Kleider, Kunstwerke und Mitbringsel etc. verkauft werden sowie noch vieles mehr, was wir jedoch bisher noch nicht gesehen haben. Wenn man unter der Woche kommt, soll man auch Menschen bei ihren Tätigkeiten, z.B. Künstlern, zuschauen können. Da wir nicht wussten, dass es sich empfiehlt, unter der Woche und nicht am Wochenende zu kommen, konnten wir viele Dinge leider dieses Mal nicht sehen, unter anderem die Bücherei von innen. Auch ins Museum sind wir noch nicht hineingegangen, da wir erst kurz vor Schluss vorbeikamen und deswegen keinen Eintritt zahlen wollten, da wir nicht genügend Zeit gehabt hätten, uns alles in Ruhe anzusehen.

Wir haben also mehr als genügend Gründe, bald zurück zu kehren und uns das Cultural Center noch einmal genau anzusehen - nächstes Mal jedoch unter der Woche und nicht am Wochenende.



Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Bild 1: der Eingang zum Gelände des Cultural Centers - gut gesichert mit einem großen Tor
Bild 2: riesige Grünfläche im Zentrum des Cultural Centers
Bild 3: nicht nur auf WhatsApp ist das beliebte Affentrio (als Emoji) zu finden - auch im Ghanaeschen Cultural Center werden Souvenirs von ihnen verkauft.

der Eingang zum Gelände des Cultural Centers
riesige Grünfläche im Zentrum des Cultural Centers
das beliebte Affentrio

Mein Monat Oktober:

Song des Monats

Adwee Ba von Medikal

Food des Monats

Kenkey mit Pepper-Sauce und Fisch (es wird bald mal ein Essens-Eintrag kommen, wo ich die typischen Gerichte erläutern werde)

Foto des Monats

dieses Foto ist nach dem Nachmittagsunterricht entstanden, als wir eine spontane Foto-Session eingelegt haben. Zu sehen sind verschiedene Schüler, sowie eine Schülerin (oben Mitte) der Klassenstufen 1 bis 6.